Hallo Gesche,

das war für mich ja gerade so verblüffend, einer meiner beiden Dackelbrüder hatte enorm viel Ähnlichkeit mit dem Vorgänger. Ich selbst kann die Beiden auf Bildern nicht ohne weitere Anhaltspunkte zu berücksichtigen unterscheiden.
Wesentlich ist, daß sich die Hunde äußerlich ähneln mögen, aber das Wesen ist so unterschiedlich, daß jeder der Hunde seinen eigenen Patz in meinem Herzen hat.
Und wie gesagt, ich hab nach wie vor das Problem, daß ich meine Hunde, die bereits gestorben sind, nicht loszulassen vermag. Das käme mir wie Verrat vor. Die Tatsache, daß nun andere Hunde Platz in meinem Leben einnehmen, tröstet mich über den Verlust meiner Mäuse hinweg.

Noch etwas, ich weiß wie schlecht es einem geht, wenn man die Entscheidung trifft, der Moment ist gekommen, wo man seinen vierbeinigen Schatz mittels Euthanasie erlösen muß. Ich glaube, da macht sich jeder Hundenarr Vorwürfe. Letztlich halte ich mir allerdings immer vor Augen, daß meine Hunde nur noch hätten leiden können, wenn ich sie nicht erlöst hätte. Ich halte es für den größten Liebesbeweis, den man erbringen kann, wenn man sich gegen die eigenen Bedürfnisse, den Hund so lange wie möglich bei sich zu haben, entscheidet und ihn von seinen Qualen erlöst. Das ist ja keine Entscheidung, die man mal so eben im Vorbeigehen trifft. Das ist eine sehr sorgfältig bedachte, unabdingbare Entscheidung für das Tier (wie gesagt zumindestens bei Hundeverrückten - es gibt auch andere Menschen).
Nochmal, ein Tier zu erlösen ist kein "Mord", es ist die schlimmste und schwierigste Entscheidung, die ein Mensch treffen muss, aber sie wird - ganz wider die sonstigen menschlichen Gepflogenheiten - nicht aus rein egoistischen Gründen getroffen, sondern aus Verantwortungsbewußtsein und Liebe heraus. Das ist das genaue Gegenteil von vorsätzlichem Töten.

So, nun zu Spaniern. Ich habe gute Erfahrungen mit meinen beiden Straßenhunden gemacht. Ich muß allerdings einschränkend sagen, daß ich mir beim nächsten Mal zumindestens einen Welpen zulegen werde, da deren Erziehung einfacher ist. Meine beiden Hunde habe ich aus dem Tierheim und das wiederum arbeitet mit Tierschutzorganisationen aus Spanien zusammen, die die Hunde auf Krankheiten, insb. auf Mittelmeerkrankheiten hin untersuchen.
Letztlich kann man nie ausschließen, daß ein Hund erkrankt, aber das kann auch ein hiesiger Züchter nicht garantieren.
Nachteil an erwachsenen Straßenhunden ist, daß sie zum teil Macken haben, die man nicht wieder herausbekommt. Meine Mäuse haben unentlich viel Angst vor Knallerei (Sylvester, Gewitter). Eine Desensibilisierung hatte nur mäßigen Erfolg. Andererseits muß ich sagen, ich habe noch nie im Leben so anhängliche Hunde gehabt, die gar nicht wissen, wohin mit ihrer ganzen Liebe. Meinen Rüden könnte man als klette bezeichnen. Ihm wäre es vermutlich am liebsten, ich hätte - wie ein Känguruh- einen Beutel, in dem er es sich bequem machen kann, ohne das er den Körperkontakt zu mir aufgeben muß.

Aber ich weiß auch von anderen Menschen aus der Hundeschule, deren Straßenhunde nach wie vor ein "freies Leben" bevorzugen. Vermutlich liegt es aber - wie so meist - am Menschen. Ich hab sicherlich als erstes an der Mensch-Hund-Beziehung gearbeitet, denn ein Teil meines Rüden besteht aus Podenco, d.h. dessen Geschwindigkeit kann ich nicht Stand halten. Also muß er - so zuverlässig wie möglich - zu mir zurückkommen wollen, sonst ist er auf und davon. und das habe ich mir erarbeitet.

So und zum guten Schluß, es ist eigentlich egal, ob ein neuer Hund von der straße kommt oder von Vorbesitzern, ich denke nach wie vor, daß Du Deinem "Knuffi" kein besseres Abschiedsgeschenk machen kannst, als einem neuen Hund ein schönes Zu Hause zu geben. Dein Knuff schaut von oben (oder wo weg auch immer) zu und freut sich auf Dich und den/die Neuen.

LG

bobal