@gerti Kannst du mir da vielleich mal ein paar Bücher nennen? Alles was mir helfen könnte, das wäre sehr nett :)
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@gerti Kannst du mir da vielleich mal ein paar Bücher nennen? Alles was mir helfen könnte, das wäre sehr nett :)
Gerne!
Das Alphasyndrom - A. Hallgren
Dominanz - Tatsache oder fixe Idee - B.Eaton
Die Dominanztheorie bei Hunden - J. O´Heare
und auch eine Pflichtlektüre für Hundehalter
Calming Signals - T. Rugaas
Viel Spaß beim Lesen!
Danke =)
Dass die Dominanztheorie überholt ist und nicht tragbar, sehe ich nicht anders. Vielmehr ist es so, dass Hunde recht genau wissen, was sie sich erlauben können und was nicht - unser Verhalten ist also ein Feedback dafür, was okay und was nicht erlaubt ist.
Wir haben keine Kinder, sondern Katzen, mit denen es speziell beim Futter gewisse "Momente" gab, zwei- oder dreimal auch auf dem Sofa, wenn der Hund auf dem Schoß war und eine Katze in unsere Nähe kam (dabei liebt er sie sonst sehr und kuschelt gern mit ihnen, aber da wollte er wohl gerade seinen warmen Platz nicht teilen).
Ich unterbinde schon das Ansehen auf eine bestimmte Art, dieses wachsame Fixieren; als er geknurrt hat, flog er vom Sofa. Und als der Kleine mir einmal testweise etwas in seinen Augen ganz besonders Leckeres (brrr!) nicht nur nicht geben wollte, sondern geknurrt und geschnappt hat, da habe ich ihn gepackt und wirklich böse angefahren.
Weder die Katzen noch ich scheinen jetzt das Stigma des Üblen zu haben, das unmittelbar mit der "Strafe" verbunden ist. Dabei ist natürlich auch das Timing essentiell wichtig, damit er weiß, dass eben das Knurren verboten ist, aber man muss sich schon ziemlich ungeschickt anstellen, um das so komplett zu versaubeuteln, dass der Hund die Strafe auf die Kinder bezieht.
Ich halte sehr viel davon, parallel mit den Kindern Tauschgeschäfte mit dem Hund zu üben und solche Dinge, die die Kombination Futter/Kinder entspannen, aber das Anknurren der Zwerge in meiner Gegenwart würde ich niemals dulden, mir käme ehrlich gesagt nicht einmal der Gedanke.
Dass man beim Hund bleibt beziehungsweise den Überblick behält, bis er fertig gefressen hat, wenn es kleine Kinder im Haus gibt, finde ich aus Sicherheitsgründen unverzichtbar.
Mit Knurren drückt der Hund aus, daß er sich in einer Situation nicht wohl fühlt. Wird dieses Knurren nun bestraft, dann macht der Hund das nicht mehr, er wird gleich das nächste Warnsignal machen und dieses ist dann die Zähne fletschen und in die Luft schnappen......
Tja, der Schuß kann gewaltig nach Hinten los gehen. Viel mehr soll man darauf eingehen, was in dem Moment passiert, wenn der Hund knurrt. Knurren und Knurren ist nämlich nicht gleich. Manchmal wird aus Angst geknurrt, manchmal aus Ressourcenverteidigung (Futterschüssel, Sofa z.B.). Man sollte seinen Hund schon "lesen" können, bevor man solche Ratschläge gibt.
Daß ein Hund natürlich das Sofa für alle nicht teilen mag, das geht nicht durch, da muß es aber reichen, wenn ich ein "runter" sag und das wars dann, er darf dann für einige Zeit natürlich gar nicht mehr aufs Sofa.
Wenn ein Hund knurrt, wenn ein Kind seiner Futterschüssel zu nahe kommt, dann hat das Kind dort wegzugehen. Die Futterschüssel mit Inhalt gehört dem Hund und das zeigt er mit Knurren an. Das ist ein Verhalten das respektiert werden muß und das müssen auch Kinder lernen.
Fr. Mag. Mallecek-Slavik hat das sehr wohl auch richtig gesagt, kann sie da nur unterstützen.
Am Besten wird es sein, wenn die Threaderstellerin den Hund gleichzeitig mit den eigenen Essenszeiten füttert und darauf achtet, daß halt keines der Kinder dem Hund zu nahe kommt.
Diesem posting von Helga ist nichts mehr hinzuzufügen .......
Das unterschreibe ich vollinhaltlich.
Okay, ich frage mal so: Was, wenn statt der Kinder man selbst angeknurrt wird - weggehen, weil das Futter samt Schüssel dem Hund gehört, und es somit akzeptieren? Oder ist das etwas anderes, und wenn ja, wie würdet ihr euch in dem Fall verhalten?
Ein Hund den man schon eine Weile bei sich hat, macht das nicht von heute auf morgen.
Da gibt es Signale, die vielleicht so gering eingestuft werden das man sie wegen Nichtigkeit gar nicht beachtet und dann kommts zum Eklat.
Ich könnte auch nicht sagen was ich in dem Moment machen würde, da ich seine weitere Vorgehensweise auch nicht vorausdenken kann.
Ich kann jetzt sagen ich tue ihm vom Futterplatz verweisen.
Er würde es tun, weil mein Hund hört - aber er kann auch anders reagieren und da kann ich nur situationsbedingt reagieren.
Reagiere ich falsch, weil ich eventuell sehr erschrocken bin verliere ich ein Stück meines Ranges.
Dann würde ich die Situation provozieren, weil ich dann vorbereiteter reagieren kann und mir meinen Rang zurückeroberen werde.
Zitat:
Original von Wagner
Okay, ich frage mal so: Was, wenn statt der Kinder man selbst angeknurrt wird - weggehen, weil das Futter samt Schüssel dem Hund gehört, und es somit akzeptieren? Oder ist das etwas anderes, und wenn ja, wie würdet ihr euch in dem Fall verhalten?
Dann ist da grundsätzlich mal was schief gelaufen im Zusammenleben mit deinem Hund. Ted-Pu hat schon mal gute Ansätze gesagt, jedoch die Erwähnung "meines Ranges" hat mir wieder ein ziemliches Kribbeln verursacht in den Fingern.
Aber erst mal zu Wagner:
In so einem Fall würde ich mir mal Gedanken machen, wie ich mich verhalte, wenn mein Hund mich anknurrt, wenn ich der Futterschüssel zu nahe komme. Ist es ein enger Raum/Bereich, wo sein Futter steht und ich dränge ihn mit meinem Erscheinen in die Ecke, ist oft nicht wirklich die Futterschüssel der Auslöser, sondern mein Hund fordert seine Individualdistanz beim Fressen ein.
Ist Vorstehendes nicht so gegeben, sondern Hund knurrt mich an, weil er denkt, ich könnte ihm seine Futterschüssel wegnehmen, dann lasse ich es diesmal dabei bewenden, dreh mich um und gehe. Die nächsten Fütterungen allerdings bekommt Hund aus meiner Hand direkt. Bei Trockenfutter oder frischen Fleischstücken ist das ja recht einfach, die kann man gut halten. Hund darf fressen, wenn ich ihm etwas gebe.
Bei Nass-/Dosenfutter nehme ich die gefüllte Futterschüssel, setz mich zum Hund auf den Boden und lasse ihn mal ein wenig draus fressen. Dann nehme ich die Futterschüssel weg. Hund wird sich ruhig verhalten, soll sich hinsetzen oder Platz machen, dann darf er wieder ein wenig fressen. Das über einige Zeit so praktiziert, sollte dann schon Abhilfe schaffen.
Hund muß lernen, daß ich die Ressourcen ( in dem Fall Futter ) habe und er sich wohlverhalten muß, damit er es bekommt. Tut er das nicht, verschwindet das Futter bis zur nächsten Mahlzeit. Bei gesunden Hunden ist es kein Problem, wenn er mal einen Tag nichts bekommt, anders ist das jedoch bei kranken Hunden, die ihre geregelten Mahlzeiten brauchen. Damit hab ich aber keine Erfahrung und dazu möchte ich auch nichts weiter sagen.
Im Grunde muß man immer auch die Gesamtheit des Zusammenlebens sehen, wie wird mit dem Hund umgegangen, wie wird er ausgelastet, was wird mit ihm gemacht. Hunde die meist unterfordert sind, bekommen oft solche Macken, weil das dann "ihre Ersatzaufgaben" werden.
Zu Kind und Hund möchte ich noch hinzufügen.... meine Gina mochte nicht wirklich kleine Kinder, sie waren ihr unheimlich. Meine Enkelin Leonie wird jetzt zwei Jahre und sie war von Anfang an vernarrt in Gina. Wir haben Gina schon Baby Leonie vorgestellt, wenn ich Leonie im Arm hatte auf der Couch, dann lag Gina daneben, sie durfte an Leonie riechen und sie durfte sie auch mal abschlecken, denn übertriebene Hygiene hat schon mehr Kindern geschadet.... :)
So ist Hund mit Kind mitgewachsen und die zwei sind heute die besten Freunde und einfach eine Wucht zusammen. Im Moment lernt sie auch gerade, daß man nicht zu fremden Hunden hingeht, weil die anders als Gina sind, sie lernt, daß wenn Gina auf ihrem Platz liegt, sie nicht hinzugehen hat (Vergleich: Du magst ja auch nicht gestört werden, wenn du schläfst, ißt usw.). Genau so, wenn Gina ihr Futter bekommt, daß sie Abstand halten muß und nicht hingehen darf, nur aus der Entfernung zusehen, wie es Gina schmeckt und man ihr das Futter nicht wegnehmen darf ( du magst ja auch nicht, wenn ich dir beim Essen den Teller wegnehme ).
Ich finde es ist eine schöne Aufgabe, einem Kind das zu zeigen und zu lernen und der Hund wird dem Kind Vertrauen schenken. Wenn ich bei meiner Enkelin zu Besuch bin, dann bin ich Nebensache, Hauptsache die Gina ist da, so nach einer Stunde registriert sie mich dann auch mal.
Hier noch zwei Fotos vom Sommer:
Einfach durch die Wiese streifen.....
http://www.aquahobby.at/leonie/IMG_1211a.jpg
gemeinsames Ballspiel
http://www.aquahobby.at/leonie/IMG_1219a.jpg
Hallo.
Ich wiederhole jetzt einfach, was eh schon gesagt wurde :)
Wir haben auch viele Kinder in der Familie (alle Altersstufen). Bei uns hat auch der draufgängerische (damals) dreijährige schnell gelernt, dass auch ein Hund seine Rechte hat und Anspruch auf Ruhe und Eigentum erheben darf.
Ich habe selbst den Fehler gemacht, Fiou in der "Rangordnung" ganz unten ein zu stufen und was passierte? Filou schnappte einem Kind vors Gesicht. Ganz ehrlich - wir lieben unsere Hunde doch. Hier geht es nicht um Unter- hier geht es um EINordnung. Jeder hat seinen Platz mit allen ihm zustehenden Rechten und Pflichten.
Dass sich der Hund gegen den eigenen, erwachsenen Besitzer wendet ist meiner Meinung nach eine ganz andere Geschichte und muss vom ursprünglich hier behandelten problem stark getrennt werden.