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mutterloser Welpe
Hallo liebes Expertenteam und alle anderen Hundefreunde !
Unser "Problem" ist, das wir nach reiflicher Überlegung einen Welpen aus dem Tierschutz zu uns nehmen wollen. Die Kleine ist zusammen mit ihrer Schwester von Tierschützern aus Ungarn mitgenommen und gerettet worden da die Mutter tot war, wahrscheinlich getötet wurde.
Unsere Kleine lebt jetzt noch mit ihrer Schwester bei dem Tierschutz, ist ca 7 Wochen alt und kommt übernächste Woche zu uns.
Jetzt meine Frage, was muß ich alles beachten und bedenken, um diesem armen Würmchen ein "normales" Leben zu ermöglichen. Wir möchten alles richtig machen, aber die Süße hat mit Sicherheit einige Defizite durch die fehlende Mutter.
Welpenspielstunden nach der Eingewöhnungsphase sind für uns selbstverständlich.
Die Kleine ist bis auf einen kleinen Nabelbruch nach Aussage der Tierschützer gesund. Übrigens ein sehr netter, engagierter und glaubwürdiger Tierschutzverein. Wenn sie bei uns ist, werden wir sie aber trotzdem gleich bei unserer TÄ vorstellen.
Über zahlreiche Ratschläge wäre ich SEHR dankbar !!!
Erwartungsvolle Grüße
Gesche
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Von sog.Welpenspielstunden halte ich ehrlich gesagt gar nichts, wenn die nicht wirklich gut organisiert ist, die Welpengruppen gut zusammengestellt werden und auch die Trainer gut geschult sind. Meist werden die unerfahrenen Trainer zu den Welpen gestellt, aber gerade anders herum sollte es sein, denn was in der Welpenzeit verquer läuft, läßt sich nur schwer wieder grade biegen.
Such Dir lieber in deinem Umfeld Welpen und Junghunde zum spielen für Deinen Welpen und schau genau drauf. Soweit ich mitbekommen habe, hast Du ja selbst schon Hundeerfahrung und kannst sicher beurteilen, was für Deinen Welpen angenehm und gut ist und wo er sich nicht mehr wohlfühlt.
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Hallo Helga,
nächste Woche werde ich mir die Welpenspielstunde ansehen.
Die Internetseite klang sehr vielversprechend und telefonisch habe ich mich auch schon erkundigt. Maximal 6 Welpen, eher weniger, sind in einer Gruppe und sie werden nach Größe "sortiert". Spielerisch wird wird wie im Menschenkindergarten schon etwas Erziehung geübt. Auch das Konzept der Hundeschule klingt gut.
In unserem "Hunderevier" befindet sich z.Zt. nur ein Wurf Riesenbabies die jetzt, obwohl etwa im gleichen Alter, schon fast dreimal so groß wie unsere kleine Maus und sehr ungestüm sind. Die kommen deshalb also als Spielgefährten nicht in Betracht. Alle anderen Hunde sind im "gestzten" Alter und finden Welpen eher lästig.
Deshalb würde ich schon gerne in die Welpengruppe gehen, da ich denke, daß soziale Kontakte für solch einen Hund schon wichtig sind.
Außerdem haben wir den Eindruck, daß die Kleine jünger als geschätzt ist.
Meinst Du nicht, es ist evtl. einen Versuch wert ? Weißt Du evtl. auch, was bei bei einem mutterlosen Welpen besonders beachtet werden muß ?
Freundliche Grüße
Gesche
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RE: mutterloser Welpe
Hallo Gesche,
ich dachte beim Lesen gerade, mich trifft der Hammer, was machst ausgerechnet Du Dir solche Sorgen und stellst Dein "Licht derartig unter den Scheffel"?
Ich erinnere mich noch an Deinen "Mausebär" und hab Dir damals schon gesagt, daß ich einem Hund nichts schöneres wünschen kann, als bei Menschen wie Dir/Euch ein Zuhause zu finden.
Ich denke, die Idee mit der Welpenspielgruppe ist schon einmal eine Gute, damit Euer neues Familienmitglied noch weitere Sozialkontakte knüpfen kann und von/mit anderen lernt. Wo Du kompetente Auskunft zu kompetenten Gruppen sicherlich bekommen kannst, ist der Tierschutzverein, über den Du den Hund bekommst bzw. evtl. auch der örtliche Tierschutz. Zudem nehme ich schon an, daß der vermittelnde Tierschutzverein bereits im Vorfeld dafür sorgt, daß den beiden Geschwistern die Mutter ersetzt wird bzw. sie von andern lernen, was sie bei ihrer "Familie" gelernt hätten.
Wie Du sicher weißt, hab ich zwei Spanier, die erst mit 5 Jahren und 1 Jahr zu mir kamen und auch die haben sich gut gemacht, was Erziehung und soziales Verhalten anbelangt. Was mein Rüde nicht gelernt hatte von "seiner Familie"(wenn er überhaupt mit dieser zusammen war), wie z.B. Beißhemmung beim Spielen etc. pp , hab ich ihm beigebracht. Anderes - wie z.B. Kontaktliegen - hab ich ihm nicht abgewöhnt (Schande auf mein Haupt :evil: :evil:).
Mir fällt beim besten Willen nicht ein, was ich Dir noch für Ratschläge geben könnte.
Wenn Dir Konkretes auf der Seele liegt, sag es.
LG und viel Spaß mit der neuen Maus (was für eine Mischung ist Eure Kleine eigentlich?
bobal
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Hallo Gesche,
ich war zwar nicht gefragt, antworte aber dennoch.
Was wichtig ist, wenn der Welpe die Eingewöhnungszeit hinter sich hat ist, daß er mit allem vertraut gemacht wird, was sein späteres Leben mit sich bringt, d.h. er sollte mit allenmöglichen Geräuschen konfrontiert werden (Auto, Zug, Straßenbahn, Rasenmäher, Gewitter usw.) alle Menschen (Baby's, Kleinkinder, ältere Menschen, Gehbehinderte etc) kennenlernen. Zugleich sollte er auch lernen, welchen Platz er in der Familie (Thema Rangordnung)hat und das dies konsequent eingehalten wird. Er sollte seinen eigenen Liegeplatz bekommen an einem ruhigen, nicht zentral gelegenen Ort in der Wohnung. Er sollte verschiedene Bodenbeläge, sprich Rasen, Asphalt, Kieselsteine, aber auch Treppenstufen, Gitterroste usw. kennenlernen.
Ich hab früher, wenn Welpen ins Haus kamen, ein Körbchen neben meinem Bett gehabt. Dort hinein kam ein von mir über längere Zeit getragenes T Shirt und eine Wärmflasche unter die Hundedecke. Vorteil, ich hab gehört, wenn der Zwerg unruhig wurde und z.B. zum Pillern nach daußen mußte oder ihm etwas anderes fehlte. Der Welpe hatte mich (T-Shirt + Wärmflasche) bei sich.
Ich kann Dir ein schönes Buch empfehlen, welches von einem Hunde-Ethologen namens Günther Bloch geschrieben wurde "Der Wolf im Hundepelz". Man sollte es zwar ganz lesen (zum einen, weil man viel über Hundeverhalten lernt, zum anderen schreibt der Mensch auch sehr gut), aber man kann auch nur in den einzelnen Kapiteln lesen.
Eines noch, die fehlende Mutter kannst Du nicht mehr kompensieren, aber Du bekommst den Welpen in der wichtigen Sozialisierungsphase, in der er sein zukünftiges Leben am besten spielerisch, ganz nebenbei erlernt, ohne dass massiv Druck ausgeübt wird, wobei ganz ohne Zurechtweisung geht auch die Hundemutter nicht mit den Welpen um.
Zusammenfassend sollte Deinen Welpen liebevolle Konsequenz erwarten, ohne dass man vergisst, dass man einen - schneller als erwartet erwachsenen - Hund vor sich hat, der alle unschönen Eigenarten, die man in der Welpenzeit hat durchgehen lassen, zeigt.
LG bobal
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Tja Bobal, wenn wir das nur wüßten, was für eine Mischung es ist !
Mit Sicherheit auch etwas "verdackelt". Sehr groß wird sie vermutlich nicht werden, wahrscheinlich ein "handliches Paket". Obwohl wir eigentlich einen etwas größeren Hund haben wollten, hat die Kleine mich gleich um den Finger gewickelt. Aber bei unserem "Mausebären" war es ähnlich, da gab es jedoch fünf Welpen und schöne braune, da ich jedoch nie einen schwarzen Hund haben wollte, sind wir dann mit dem einzigen schwarzen Welpen nach Hause gefahren :) und er war ein ganz besonderer Schatz. Vielleicht wird es jetzt auch so.
Es ist jedoch ein Unterschied, einen "normal" sozialisierten Welpen zu adoptieren oder einen armen kleinen Wurm, der schon einiges durchgemacht hat. Mutter tot, liebloses Tierheim, Transport nach Deutschland, nette Pflegestelle und nun wieder in eine neue Umgebung. Solch ein armer Welpe muß doch total verunsichert sein und wir möchten wirklich alles richtig machen, sodaß ein ganz normaler und fröhlicher Hund aus ihm wird.
Nächstes Wochende, oder am 15.6, holen wir sie ab.
Beste Grüße
Gesche
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Hallo Gesche,
das Gute an Hunden ist, daß sie schlechte Erfahrungen erstaunlicherweise wegpacken, zumal, wenn sie nur kurz angedauert haben. Gut ist auch, daß Welpen mehr danach gehen, wo mir Hundegerecht begegnet wird, da bin ich richtig. Und da er bei Euch richtig ist, werdet Ihr mit ihr ein gutes Leben haben und umgekehrt sie mit Euch.
Tip noch am Rande: natürlich sollten wir Menschen den Hund erziehen, leider funktioniert das umgekehrt ebenso gut, also aufpassen beim "um den Finger wickeln" ;) ;) ;). Die kleine Maus ist nicht mehr arm, denn sie hat jetzt Euch!
LG
bobal
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Hallo Bobal,
Deine vorletzte und meine letzte Antwort haben sich anscheinend "gekreuzt".
Das was Du empfiehlst haben wir bei unserem Knuffi - Welpen alles praktiziert und er ist ein selbstsicherer und fröhlicher Hund geworden. Man hätte z.B. ganze Salven neben ihm abschiessen können, er hätte höchstens ein Auge geöffnet, uns angesehen, den Kopf geschüttelt ;) und weitergeschlafen.
Mit unserem "neuen" Welpen werden wir zwar genauso verfahren, aber wir wissen eben nicht, ob wir wegen der Vorgeschichte irgendetwas bedeutendes berücksichtigen müssen, da er ja schon eine wichtige Prägungsphase hinter sich hat und man nicht genau weiß, was die arme Maus im ungarischen Tierheim erlebt hat.
Wir werden wirklich alles versuchen, damit sie sich schnell und leicht eingewöhnt.
Oh ja, das mit der Erziehung der Menschen durch die Hunde kann wirklich für die Hunde erfolgreich sein ! ;)
Wir waren sehr gut erzogen ! :D
Beste Grüße
Gesche
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Hallo Gesche,
lass die Kleine erst einmal bei Euch einziehen. Wenn sie sich überhaupt noch an schlimme Dinge aus ihrer jungen Vergangenheit erinnern sollte, merkst Du das recht schnell - aber ich würde damit nicht einmal rechnen.
Meine Hündin war 5 Jahre alt, als sie zu uns kam, sie war total verängstigt, was angesichts von 5 Jahren auf der Straße nicht verwunderlich war. Sie hat uns gezeigt, daß sie zunächst einmal etwas Abstand haben möchte, insb. was Männer anbelangte und wir haben ihr die Zeit gegeben. Und relativ zügig hat sie 95% ihrer angstbesetzten Situationen problemlos gemeistert. Das, was sie früher an Angst vor Männern hatte, ist genau ins Gegenteil umgeschlagen. Sie liebt Männer heute über alles.
Du, als jemand, der Hundeerfahrung hat, wirst sehen, wo , wenn überhaupt, Defizite sind und kannst diese dann angehen. Hab einfach mehr Vertrauen zu Dir selbst. Ohne Dich persönlich zu kennen muß ich sagen, daß ich ein gutes Gefühl habe (und mein Gefühl hat mich höchst selten getäuscht).
LG
bobal
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Hallo Bobal,
ganz vielen Dank und Du hast Recht, ich laß` es einfach auf mich zukommen.
In ein paar Tagen kommt sie zu uns, alles ist vorbereitet und die Vorfreude riesig. :]
Beste Grüße
Gesche