Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pfote will nicht heilen
Thomas_09
19.01.2009, 18:57
Hallo!
Mein Hund hat seit Weihnachten (d.h. komischerweise seit Einbruch der "Eiszeit") wiederholt Probleme mit dem Ballen.
Vielleicht kurz zu seiner Vorgeschichte: Ihm wurde vor gut einem Vierteljahr ein kleiner Tumor entfernt, leider war dieser bösartig. Alles verheilte aber wunderbar und bald konnte niemand mehr feststellen, wo einst die OP-Wunde war. Zu Weihnachten jedoch hatte mein Hund plötzlich einen Riss am Ballen, erst dachte ich an eine Schnittwunde durch das Eis etc., aber der Tierarzt (ein anderer als der, der damals den Tumor entfernt hatte, da dieser in Urlaub war) meinte, dass es kein Riss, sondern eine alte OP-Narbe sei, die sich da wieder geöffnet hätte.
Den klaffenden unteren Teil der Wunde hat er dann nachgeschnitten und etwas "wildes Fleisch" entfernt -und nach zwei Tagen war alles wieder super verheilt. Kurz darauf jedoch kam wieder ein Riss an der gleichen Stelle wie zuvor zum Vorschein. Da er ein erneutes Schneiden vermeiden möchte, rät mir mein Tierarzt zu einer Behandlung mit Lotagen - angefangen haben wir vor gut einer Woche mit einer Lösung, jetzt ist ein Gel mit dem gleichen Wirkstoff angesagt. Aber die Wunde heilt nur SEHR langsam, wenn überhaupt. Ich als Laie kann optisch keine Besserung feststellen, für mich sieht der Riss sehr tief aus... ich gehe allerdings regelmäßig zur tierärztlichen Kontrolle und mein Tierarzt meint, ich solle weiterhin beobachten, schneiden könnte er noch jederzeit.
Meine Angst ist, dass der obere Rand der alten OP-Wunde, von der zu Weihnachten nur der untere klaffende Teil nachgeschnitten wurde und somit nur ca. 50% "gesäubert" wurden, die Heilung verhindert. Könnte ich damit richtig liegen? Auch ich bin nicht begeistert von einer erneuten kleinen OP, ganz klar, aber wenn es das Problem lösen würde, wäre es eine Überlegung wert.
Ich vertraue meinem Tierarzt, aber eine Zweitmeinung würde mich sicherer stimmen, denn ich möchte keine Chance verpassen, um meinem Vierbeiner zu helfen. Er ist normalerweise ein Energiebündel, voller Lebenslust, Kraft und Vitalität, es tut mir unendlich leid, ihn nun so humpeln und eingeschränkt sehen zu müssen!
Besten Dank schon an dieser Stelle für Ihren Kommentar.
Gruß
T.
Dr.Vogel
19.01.2009, 20:58
Ob die Ballenwunde eine frische Wunde war oder die alte OP-Narbe kann ich nicht beurteilen, obwohl mich die Aussage, dass eine Narbe einer 3 Monate zurückliegenden Operation wieder aufreissen soll, etwas erstaunt.
Tatsache ist, dass Ballanwunden sehr langsam verheilen, insbesonders die Oberfläche schliesst sich sehr langsam. Ich würde mich also noch etwas in Geduld üben und der Wunde unter Verband noch etwas Zeit zum verheilen lassen.
Mfg Dr.Bernd Vogel
Thomas_09
20.01.2009, 07:16
Vielen Dank, Herr Dr. Vogel, für die schnelle Antwort!
Bin jetzt etwas beruhigter, wenn Sie auch meinen, dass einfach noch etwas Zeit ins Land gehen muss, um der Wunde genügend Selbstheilungschancen zu geben.
Sie schreiben "unter Verband"... das haben wir bereits hinter uns und es hat uns damals viele zusätzliche Komplikationen eingebracht (Blasen an den Zehen, danach Wundschlecken und komplett entzündete Pfote, die wir mit einer Kortisonsalbe wieder kuriert haben).... aber genau aus diesen Gründen möchte mein Tierarzt KEINEN Verband mehr anlegen, die Wunde soll also nur durch reine Tinktur und Gelauftragung (Lotagen) und unter viel "Belüftung" selbst heilen. Meinen Sie, das kann auch ohne Verband klappen?
Da es Sie persönlich nicht so sehr überzeugt hat, dass der Riss die alte OP-Wunde war, noch eine Frage: Kann ein Ballen einfach "so" einreißen, und auch immer an genau der gleichen Stelle? Hat es mit dem Krebs zu tun, muss ich vom Schlimmsten ausgehen? Etliche detaillierte Untersuchungen einige Wochen nach der Tumorentfernung haben eine gesunde Pfote ohne Metastasen etc. gezeigt.... sind diese Ergebnisse vielleicht schon wieder überholt? Es ist immer diese eine Pfote, die meinem Hund zu schaffen macht, alle anderen Pfoten machen keinerlei Probleme.
Nochmals herzlichen Dank vorab für Ihre Antwort!
Mit freundlichen Grüßen
T.
Dr.Vogel
20.01.2009, 09:53
Eigentlich reisst ein Ballen nicht von selbst so tief ein, da wäre normalerweise eine Schnitt- oder Quetschwunde wahrscheinlicher.
Leider kann aber auch die Vermehrung von Tumorzellen in der Umgebung der alten Operation nicht 100% ausgeschlossen werden, die zu einer Schwächung des Gewebes und zum Aufreissen führen könnte.
Ob die Wunde mit oder ohne Verband besser abheilt kann ich nicht beurteilen, das hängt von der genauen Lokalisation und der individuellen Situation ab - in jedem Fall wird es länger dauern. Und Schnee und Streusalz sind für die Heilung nicht unbedingt förderlich...
Daher bitte bei offener Wundbehandlung die Pfote regelmässig abwaschen und mit Heilsalben einschmieren!
Mfg Dr. Bernd Vogel
Thomas_09
20.01.2009, 10:14
Hallo Herr Dr. Vogel,
vielen Dank nochmals für Ihre Hilfe.
Eine kurze Frage noch, denn ich als Besitzer versuche ja, die beste Entscheidung für meinen Vierbeiner zu treffen:
Wäre es nicht ratsam, um die Wunde herum - die ja wirklich eine Schwachstelle meines Hundes ist - nochmals eine kleine Gewebemasse abzutragen, um die eventuell vermuteten Tumorzellen noch gar zu entfernen, bevor sie noch mehr im Körper anrichten? Mein Hund hat sich zu 99% NICHT geschnitten oder gequetscht und es ist ja auch auffällig, dass immer genau der gleiche Teil der Pfote jetzt aufbricht. Mein Tierarzt möchte so wenig wie möglich schneiden, was ich ihm hoch anrechne, aber ich denke, wir verlieren zu viel Zeit und letztlich wird der wahre Grund für die Wunde - auch wenn sie vielleicht IRGENDWANN mal wieder zuheilen sollte - nicht behoben. Mittlerweile ist auch durch das ständige Humpeln und Schonen der ganze Hund abgeschlafft, ich vermute, durch das schiefe Laufen wird sein gesamter Bewegungsapparat in Mitleidenschaft gezogen. Er ist kein Jungspund mehr, dazu auch noch recht groß....
Für eine letzte Meinung von Ihrer Seite wäre ich sehr dankbar!
Viele Grüße
T.
Dr.Vogel
20.01.2009, 10:40
Ob ein nochmaliges, grossflächiges Abtragen von Ballengewebe sinnvoll ist muss der behandelnde Kollege entscheiden, das hängt natürlich auch von der Möglichkeit ab, die entstehende Operationswunde wieder verschliessen zu können. Wenn der Verdacht auf ein Tumorrezidiv besteht könnte man natürlich auch die Entfernung des gesamten Ballens in Erwägung ziehen.
Und schliesslich könnte man auch kleine Gewebsproben auf Tumorzellen untersuchen lassen.
Mfg Dr. Bernd Vogel
Thomas_09
20.01.2009, 10:53
Tausend Dank, Sie haben uns wirklich sehr geholfen!!!!
Hallo Thomas,
da unser Hund auch einen Tumor an der Pfote hatte, interessiert mich wie es Deinem Hund weiter ergeht. Bitte laß doch auch weiterhin von Dir hören.
Auf alle Fälle würde ich den Ratschlag von Dr. Vogel mit dem behandelnden Tierarzt besprechen.
Beste Grüße
Gesche
Thomas_09
24.01.2009, 16:37
Hallo Herr Dr. Vogel,
nach unserem letzten Kontakt war ich dann am vergangenen Dienstag mit meinem Hund bei unserem Tierarzt. Unter nochmaliger Narkose (seit Weihnachten nun die dritte!!! :() hat er die Pfote geschoren und wollte eigentlich eine weitere kleine OP vornehmen, wobei noch weiteres vermutetes "wildes Fleisch" herausgeschnitten werden sollte. Als der Hund ruhig dalag, wir die Pfote rasierten und alles mal richtig in Ruhe anschauen konnten, hat sich dann aber gezeigt, dass der obere Teil der ehemaligen Wunde bereits von selbst (und wahrscheinlich durch das vorher verwendete Lotagen) abgestorben war und eine harte Kruste bildete, die die Pfote an anderen Stellen dann gereizt und entzündet hat. Der Tierarzt musste also nicht "richtig" operieren, sondern nur die Kruste abtragen, dabei floss kein einziger Tropfen Blut. Unter der Kruste war das Gewebe zugeheilt. Leider ist halt immer noch eine kleine Spalte an der Oberfläche des Ballens vorhanden, er bildet noch keine einheitliche Oberfläche, da an dem ersten Riss von Weihnachten her nur die rechte Hälfte abgetragen wurde und jetzt, nach dem zweiten Aufreißen, die von selbst abgestorbene Kruste auf der linken Seite der Spalte. Mein Hund humpelt leider immer noch, ist aber im allgemeinen wieder etwas "lauffreudiger" und schneller unterwegs als mit dem akuten Riss.
Meine Fragen:
- Meinen Sie anhand der obigen Beschreibung, dass ich mir wegen sich vermehrender Tumorzellen erstmals keine Sorgen machen muss, da die Wunde sich unter Zuhilfenahme von Lotagenlösung und -gel die Wunde nun anscheinend doch wieder von selbst geschlossen hat? Oder hat das in Bezug auf den Krebs rein gar nichts zu bedeuten?
- Wie lange soll ich noch das Lotagen-Gel anwenden? Ich bilde mir ein, dass mein Hund jetzt nach der Anwendung eine etwas gerötete Pfote hat und auch schlechter läuft (bin aber noch am Ausprobieren, kann nicht mit Sicherheit sagen, ob es am Gel liegt). Ich habe eine Woche lang die Tinktur angewendet, danach eine Woche lang das Gel... und wie gesagt, die Wunde ist ja nun erstmal verschlossen.
- Wie ist Ihre Erfahrung / Meinung als Experte zu unserem Krebsthema? Hat mein Hund überhaupt eine Chance, den Krebs zu besiegen? Ich bekomme diese Diagnose vom August einfach nicht so recht aus meinem Kopf... und mein Tierarzt rät mir, das einfach mal zu "vergessen" - er hat auch keine Gewebeprobe entnommen, sieht über das Tumorproblem mehr oder weniger hinweg, weil er unser aktuelles Krankheitsstadium damit nicht in Verbindung bringt.
Viele Fragen an einem Samstagnachmittag, ich weiß... trotzdem wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir noch ein paar Antworten zukommen ließen... ehrlich gesagt, mich zermürbt die ganze Geschichte langsam. Einerseits möchte ich meinen Vierbeiner nicht unnötigen weiteren Untersuchungen aussetzen, zumal er - ein sonst total lieber und braver Hund - beim Tierarzt jedes Mal hochgradigen Terror macht ... und mit seinen 52 Kilos alle zum Schwitzen bringt. Zum anderen möchte ich keine Zeit ungenutzt verstreichen lassen, die ihm vielleicht das Leben retten könnte.
Vielen, vielen Dank nochmals im Voraus für Ihre Bemühungen und Antwort!
Herzliche Grüße
T.
Dr.Vogel
24.01.2009, 18:53
Ich möchte mich der Meinung Ihres Tierarztes anschliessen! Wenn die Wunde jetzt tatsächlich zu verheilen scheint - Ballenwunden heilen, speziell die oberste Schicht, sehr langsam - sollten Sie vorerst das Theme "Krebs" aus Ihrem Gedächtnis verdrängen und der Natur ihren Lauf lassen.
Die Lotagen Tinktur, die auch ich gerne verwende, halte ich im jetztigen Heilungsstadium nicht mehr für angebracht, jede Art von Heilsalben kann die Abheilung zwar nicht wirklich beschleunigen, hält aber - speziell bei kaltem, feuchten Wetter - den Ballen weich und geschmeidig, was gut ist.
Über das zukünftige Verhalten des Tumors kann ich ohnehin keine sichere Aussage treffen...
Alles Gute, Dr. Bernd Vogel
Thomas_09
24.01.2009, 19:56
Herzlichen Dank, dass Sie sooo schnell geantwortet haben!
Könnten Sie mir vielleicht noch einen Tipp geben, welche Heilsalbe für Hunde mit diesem Vorfeld am besten geeignet wäre?
Mein Tierarzt hat mir vor einigen Wochen mal eine Salbe aus Lebertran und Zink empfohlen, weil diese extrem gute Wirkung hätte - aber die hat meinem Vierbeiner einfach "zu gut" geschmeckt..... gibt es vielleicht eine Salbe, die geschmacklich eher neutral bis abstoßend ist und trotzdem gut hilft?
Für heute war das wirklich meine letzte Frage, versprochen.... aber bestimmt komme ich im Laufe der Zeit wieder gerne auf Sie zurück :D
Schönes Wochenende und
viele Grüße
T.
Dr.Vogel
25.01.2009, 10:44
Welche Heilsalbe ist eigentlich egal, die von Ihnen erwähnte Lebertransalbe sicherlich gut - und abgeschleckt wird leider alles...
Mfg Dr. Bernd Vogel
Hallo Thomas,
das kann ich nur bestätigen, egal welche Salbe wir verwendeten, alle schmeckten einfach "zu gut" und wurden eifrig abgeschlabbert.
Freundliche Grüße
Gesche
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