PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : primäres Lymphödem beim Hund



Julialein
02.05.2008, 11:00
Hallo,

also ich habe folgendes Problem:

Ich habe eine Labrador-Hovawarth-Hündin mit einem angeborenen, also soweit ich weiß primären Lymphödem. Ihre Beine, das heißt vorne links und hinten rechts, sind schon seit Welpenalter geschwollen, schwellen auch nie vollständig ab. Zeitweise schwellen sie noch mehr an und schmerzen so sehr, dass sie die Beine nicht belastet. Bisher war es aber nur der Fall gewesen, dass nur jeweils ein Bein größere Probleme bereitet hat. Nun ist es das erste mal so, dass beide Beine gleichzeitig betroffen sind.
Hinzukommt, dass es normalerweise sehr schnell mit Antibioka, Schmerzmitteln und "Abschwemmungstabletten" (?) zu behandeln war. Diese Therapie schlägt momentan überhaupt nicht an.
Normalerweise hat meine Hündin ein paar mal im Jahr weniger starke Probleme, das heißt, sie hat einen Tag schmerzen, schont sich und am nächsten Tag ist alles vorbei. Uns ist aufgefallen, dass schwerere Schübe nach ihrer Läufigkeit auftauchten und sonst bei etwas stärkerem Stress, das heißt, wenn es Streit gab. Dies lässt ja darauf hindeuten, dass es eventuell hormonelle Auslösefaktoren gibt...?

Ich habe auf ausländischen Seiten von verschiedenen "Behandlungsmethoden" gehört: darunter die Lymphdrainage, Massage mit anschließender 'Bandagierung, Vitamin C, Akupunktur, Knoblauchpillen und ein homöopatisches Mittel namens "Lymphomyosot".

Ich bin verunsichert und weiß nicht, wie ich meinem Hund am besten helfen kann.

Es wäre schön, wenn Sie mir weiterhelfen könnten, zumal ich weiß, dass es eine sehr seltene Krankheit ist und es keinen universalschlüssel gibt.
Aber für hilfreiche Anregungen und Tipps, eventuell vielleicht sogar Erfahrungswerte wäre ich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Julialein

Dr.Steingassner
02.05.2008, 18:05
Hallo Julialein!

Es gibt eine Therapiemöglichkeit mit Akupunktur und Präparaten der Fa. Sanum Kehlbek bei vielen Formen mit Stauungen. Man braucht allerdings Geduld.

m.f.G
Dr. Steingassner

bobal
02.05.2008, 21:59
Hallo Julialein,

was mich stutzig macht ist, daß Du schreibst, Deine Hündin habe Schmerzen. Eigentlich schmerzen Lymphödeme nicht, es sei denn es kommt zu Komplikationen.
Gut, was die Therapie anbelangt, gibt es folgendes zu sagen: gut wäre es, wenn man dem Hund abends eine Lymphdrainage zuteil werden lässt bzw. die betroffenen Beine sanft, am Fuß beginnend und zum Körper hin, massiert und anschließend über Nacht bandagiert. Anfangs sollte man dies sicherlich täglich durchführen, ggf. kann man die Frequenz im weiteren reduzieren, sofern sich ein nennenswerter Erfolg einstellt.
Dem betroffenen Menschen verordnet man Kompressionsstrümpfe. Ich befürchte, für Hunde wurde dies noch nicht entwickelt, da es eher selten auftritt. Sinnvoll wäre es sicherlich auch für Hunde.

Was man nicht tun sollte, ist ,den Hund mit Wassertabletten (Ausschwemmungstabletten) behandeln. Wassertabletten führen zu einer Verschiebung des sog. onkotischen Druckes in den Gefäßen, wodurch aus den Gefäßen Wasser in das umgebenden Gewebe gepresst wird, was somit die Schwellung und damit das Lymphödem verschlimmert.

LG

bobal

Julialein
03.05.2008, 17:36
Dankeschön für die schnellen Antworten.

Ich sprach heute noch einmal mit meiner Tierärztin und wir haben uns nun für die Lymphdrainage, beziehungsweise für eine ganzheitliche Behandlung entschieden, da die allgemeine Medizin nicht anspricht.

Zu den Schmerzen: meine Hündin hat ein seltenes angeborenes Lymphödem. In Schüben verschlimmert es sich und schmerzt, da die Beine massiv geschwollen sind. Heute haben wir festgestellt, dass mittlerweile sogar athrotische Veränderungen im Knie stattgefunden haben.

Zunächst werden wir es jetzt auf die oben genannte Weise behandeln und auf Besserung hoffen.
Die Behandlung mit Ausschwemmungstabletten haben wir eingestellt.

lg
Julialein

bobal
03.05.2008, 22:09
Hallo Julialein,

ich wünsche Euch, daß die geplante Therapie gut anschlägt.
Und noch eine Anmerkung: das primäre Lymphödem ist sicherlich nicht häufig, aber gerade der Labador gehört mit zu den Rassen, wo man ein primäres Lymphödem häufiger findet und wie Du schriebst ist dein Hund eine Labradormischlingshündin. Und da die Erkrankung vererbt wird, sollte man mit betroffenen Hunden nicht züchten.

Nochmals viel GlücLG

bobal