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Bushcamper
09.08.2007, 17:14
Sensible Seeadler: Weder im Horst in Eschschallen noch im Naturschutzgebiet nahe Haseldorf gelingt es den Greifvögeln, Nachwuchs heranzuziehen.

Elmshorn. Es hat den Anschein, als ob der Kreis Pinneberg sich als Brutgebiet für Seeadler nicht eignet. Und das, obwohl die Greifvögel im Marschgebiet genug Nahrung vorfinden.
Der Grund: „Schuld ist der Mensch“, berichtet Professor Rainer Kollmann, Vorsitzender der Projektgruppe Seeadlerschutz, die landesweit den Bestand der Greifvögel betreut.
So dringen Angler in Haseldorf widerrechtlich ins Naturschutzgebiet ein und stören die dort seit 1997 ansässigen Adler beim Brüten.
Auch in Seestermühe – seit 2001 beherbergt der Horst in Eschschallen ein zweites Adlerpärchen – werden die Menschen für die sensiblen Greife zum Problem. „Dort sind es die Segler im nahen Hafen, die für Unruhe sorgen.“ Wenn sich Menschen dichter als 200 Meter den Brutgebieten nähern, flüchten die Tiere. Die ausgekühlten Eier können dann nicht mehr erfolgreich bebrütet werden.

Damit es wenigstens im kommenden Jahr mit dem Nachwuchs klappt, hat der Tierschutzverein Elmshorn und Umgebung eine Patenschaft für den Horst in Seestermühe übernommen. Gabriele Witt, Vereinsvorsitzende der Tierfreunde, übergab einen Spendenscheck in Höhe von 5000 Euro an Rainer Kollmann. Damit ist die Elmshorner Einrichtung die einzige Tierschutzorganisation, die die Projektgruppe Seeadler unterstützt.

„Schwerpunkt unserer Arbeit sind eben nicht nur die Betreuung ausgesetzter Hunde und Katzen. Wir päppeln auch Wildtiere auf, sorgen uns um die ganze Tierwelt“, betont Gabriele Witt.
Mit dem Geld soll unter anderem die Bewachung der Horste in der Region gesichert werden.

Mitte der 80er Jahre brüteten in Schleswig-Holstein nur vier Seeadlerpärchen. 2006 war die Zahl auf 53 angewachsen, von denen 34 in der Brutzeit zwischen Februar und Juli 58 Jungvögel zur Welt brachten.

Quelle: uena.de

Dr. Balfanz
08.12.2008, 18:16
Artenschutzprojekt Habichtskauz
Das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW) hat gemeinsam mit den Projektträgern Land Niederösterreich (Naturschutzabteilung) und den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) ein außergewöhnliches Artenschutzprojekt zur Wiederansiedelung des Habichtskauzes initiiert.

Unterstützt wird das FIWI dabei durch die Österreichische Zoo Organisation und der Verein Eulen und Greifvogelschutz sowie Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (MA49). In den kommenden Jahren soll durch Freilassung von Jungvögeln im Biosphärenpark Wienerwald sowie im einzigen Wildnisgebiet Österreichs, am Dürrenstein, ein neuer Bestand gegründet werden. Das Projekt startet mit Ende November 2008 und läuft bis 2012.

Quelle: fiwi.at

Hella
10.12.2008, 09:58
Leider ist es einfach schwierig manchen Leuten die ganze Tragweite ihres Tuns vor Augen zu halten. Ein Umdenken bei Anglern und Seglern ist hoffentlich durch gezielte Infos zu erreichen. Die Einbindung Aller zum Wohle der Tiere notwendig. Allerdings schwer durchführbar.

Dr. Balfanz
28.02.2009, 01:08
Das ist eine Erfolgsgeschichte: Rund 20 Jahre nach dem Start der Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen kann der Vogel seine Population nun selbst erhalten. Zu dieser Aussage kommen Berner Biologen aufgrund einer umfangreichen Datenanalyse.
Er ist der wahre König der Alpenvögel. Breitet der Bartgeier seine Flügel aus, erreicht er eine Spannweite von bis zu drei Metern. Und seine Kreise hoch über den Gipfeln kann der Vogel nun ungefährdeter ziehen: Eine Studie der Uni Bern und der Vogelwarte Sempach sagt dem Bartgeier eine rosige Zukunft voraus. Unter der Leitung von Raphaël Arlettaz von der Abteilung «Conservation Biology» und Michael Schaub von der Schweizerischen Vogelwarte haben die Forschenden in einer demographischen Analyse den Schluss gezogen, dass der natürliche Bruterfolg der wiederangesiedelten Bartgeier für einen Zuwachs des Bestandes ausreicht.

Diese Hochrechnungen basieren auf zehntausenden von Beobachtungen, die Projektmitarbeitende, Naturinteressierte, Jäger und Wildhüter in den letzten 20 Jahren zusammengetragen haben. So lange dauert nämlich bereits der Versuch, den Bartgeier im Alpenraum wiederanzusiedeln: Gegen Ende des 19. Jahrhundert war der Vogel ausgerottet worden und hundert Jahre später, ab 1980, wurde ein internationales Projekt mit dem Ziel lanciert, in den Alpen wieder eine sich selbsterhaltende Population zu schaffen. Dieses Ziel ist nun erreicht, auch wenn es sich dabei um ein sensibles Gleichgewicht handelt. Die Resultate wurden nun im «Journal for Applied Ecology» publiziert.

Gefahr: Vergiftungen und Windkraftanlagen
Damit dieser Trend anhält, ist es gemäss Schaub und Arlettaz wichtig, dass die Überlebensrate der Altvögel nicht einsackt. «Die Population reagiert sehr empfindlich, wenn die Sterblichkeit auch nur wenig zunimmt», schreiben die Biologen. Ausgehend von den 100 Individuen, die zurzeit frei leben, sterben jährlich rund 4 Tiere. Dieser Verlust kann aber gemäss Studie durch die erbrüteten Jungen ausgeglichen werden. Doch ist das Risiko, dass die Sterblichkeit der älteren Tiere wieder steigt, hoch: Etwa durch Vergiftungen durch die Nahrungsaufnahme – der Geier ernährt sich nämlich von Knochen toter Tiere, was ihn empfindlich gegen Giftköder macht. Eine weitere Gefahr stellen die geplanten Windkraftanlagen dar, da die Tiere mit ihnen kollidieren können.

Quelle: Vet Uni Bern