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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krebs beim Hund



bjoerne
16.01.2007, 09:01
Hallo Expertenteam,

ich bin gerade neu als Mitglied eingestiegen, auf der Suche im Internet nach Informationen zu Krebs beim Hund bin ich auf ihre Seite gestossen , jetzt habe ich die Hoffung vielleicht ein paar Informationen zu bekommen von Ihnen.

Gestern abend waren wir beim Tierarzt weil unsere Labradorhündin (8J.alt) so komische "Knubbel" hat, und diese in letzter Zeit wuchsen und auch mehr wurden. Der Arzt meint, dass es nach Tumoren aussieht und hat Lunge und Magen geröngt, der Magen ist okay, auf dem Bild der Lunge glaubt er helle Flecken zu erkennen, die auf Tumore schliessen lassen könnten. Jetzt will er ein grosses Blutbild machen um die Werte zu checken. Evt. könnte man einen der Knubbel entnehmen und testen ob er bösartig ist. Kurz gesagt, der Arzt meint: wenn die inneren Organe betroffen sind oder die Blutwerte sehr schlecht sind, sollte man nicht wie wild herumoperieren, sondern den Hund noch so lange leben lassen wie es ihm gut geht, ( denn an seinem Verhalten haben wir noch nichts festgestellt er ist in Form, isst und trinkt wie immer ) und wenn es nicht mehr geht dann sollen wir ihn erlösen. Einerseits leuchtet mir das ein was er sagt, aber ich kann doch nicht einfach so zusehen wie er sterben wird ohne etwas zu versuchen ??? Der Gedanke macht mich ganz krank!

Und ich frage mich andauernd, ob wir früher hätten zum Arzt gehen müssen, aber im Juli bei der letzten Impfung haben wir noch gemeinsam mit dem Arzt die Gelenke gecheckt und es war nichts weiter auffälliges zu sehen, diese Knubbel kamen schnell und wir haben erst gar nicht richtig bemerkt, dass es mehr wurden.
Wie kann ein Hund Krebs bekommen? Oder kann es doch vielleicht was anderes sein ?

Was denken sie ?

Christina

Mag.Martini
16.01.2007, 13:20
Hallo Christina

Voerst möchte ich Sie erst mal beruhigen. Bei "Knubbeln" gleich von Krebs zu sprechen halte ich für etwas verfrüht. Überhaupt gibt es keinen Anlass gleich an das schlimmste denken zu müssen.
Die meisten Schwellungen (und nichts anderes bedeutet das lateinische Wort "Tumor") stellen sich als harmlos heraus.
Sollte sich herausstellen dass diese Knubbel wirklich Neubildungen im Sinne von autonom gewachsenem Gewebe sind, heisst dies noch lange nicht dass sie auch bösartig- Krebs- sind.

Aber auch bei bösartigen Neubildungen gibt es heute in der Veterinärmedizin Behandlungsmöglichkeiten die das Tumorwachstum und Metastasierung hemmen und somit die Lebensqualität des Patienten verbessern.

Natürlich kann ich hier nicht im Detail auf Knubbel eingehen die ich nicht kenne (Grösse, Anzahl, Lokalisation, Konsistenz...... ). Es liegt am behandelnden Tierarzt durch systematisches Vorgehen zu einer genauen Diagnose zu kommen, dann die Prognose zu stellen und mögliche Therapien bzw. deren Sinnhaftigkeit zu erläutern.


Mit freundlichen Grüssen

Udo Martini

Mag.Oistric
19.01.2007, 12:27
ich schließe mich meinem kollegen an und bin seiner meinung. wenn man den hund nicht gleich in narkose legen will kann man auch mit einer örtlichen betäubung der haut eine FNA (feinnadelaspiration) machen und so gewebe meist schmerzlos gewinnen und eine, wenn auch nicht 100%ige antwort bekommen (weil es eben nur einige gewebe und zellteile sind und nicht alles).

oft hilft die schon bei der prognose und dem weiteren vorgehen. sollte alles sich zu negativsten entwickeln so versuchen sie wirklich die zeit zu genießen und nicht in trübsal und trauer zu verfallen. die tiere haben einen anderen zugang zum tod als wir meist haben. sie akzepieren ihn auch ganz einfach, wollen uns aber nicht leiden sehen. ich wünsche ihnen und ihrem liebling alles gute und eine lange leidensfreie zeit, a. oistric