Bushcamper
11.12.2006, 11:41
Massentod von Bären und Wölfen soll das Aussterben der Karibus verhindern
In Kanadas Westprovinz British Columbia sind Tierschützer und Medien entsetzt, mit welch extremen Mitteln die Behörden das gefährdete Bergkaribu retten wollen. Sie planen, dessen natürliche Feinde in großem Stil zu töten, vor allem Schwarzbären, Pumas und Wölfe; und wenn das nicht genügt, auch Grizzlybären und Wolverine (Großmarder), beides übrigens ebenfalls bedrohte Tierarten. Da Elche, Hirsche und anderes Wild, das im Territorium von Bergkaribus lebt, Raubtiere anziehen, sollen auch viele dieser Tiere ihr Leben verlieren.
Die Bergkaribus, ein nordamerikanischer Rentier-Typ, der vom Aussterben bedroht ist, gibt es praktisch nur noch in British Columbia. Einige Tiere wandern regelmäßig über die Grenze in den US-Bundesstaat Idaho. In den vergangenen zehn Jahren ging ihre Zahl von 2500 auf 1900 Tiere zurück, obwohl sie seit 1996 nicht mehr gejagt werden dürfen. Bergkaribus leben schon seit mehr als 10.000 Jahren in den Bergregionen der Provinz.
"Harte Entscheidung"
Nun soll die systematische Tötung von Raubtieren die wichtigste Maßnahme werden, um Bergkaribus zu retten. "Es ist immer eine harte Entscheidung", sagte der für bedrohte Tierarten zuständige Landwirtschaftsminister Pat Bell. Er glaube aber, dass alle, die für die Rettung der Bergkaribus seien, diese Strategie als unvermeidlich erachteten.
Darin hat er sich allerdings getäuscht, denn Naturschutzorganisationen und Zeitungskommentatoren kritisierten den Plan gleichermaßen. Der Minister hatte sich von einer Expertengruppe einen Bericht mit verschiedenen Optionen geben lassen, aber in der Pressemitteilung des Ministeriums steht das Töten von Raubtieren ganz im Vordergrund.
"Es ist ein absoluter Skandal", sagt Colleen McCrory von der Umweltorganisation Valhalla Wilderness Watch. "Das wird ein riesiges Gemetzel von wilden Tieren." Das Bergkaribu könne nur gerettet werden, wenn sein Lebensraum, die uralten Inland- Regenwälder British Columbias, geschont und erhalten bliebe.
Gerade in jüngster Zeit dringen immer mehr motorisierte Freizeitvehikel wie Allradfahrzeuge und Schneemobile in das Gebiet der Bergkaribus ein. Die Tiere werden auch von Hubschraubern der expandierenden Heliskiing-Unternehmen aufgeschreckt.
Bergkaribus sind Tiere, die einsam leben und Menschen ausweichen. Mit tellergroßen Hufen wandern sie leichtfüßig über tiefen Schnee, obwohl sie bis zu 200 Kilogramm schwer werden können. "Sie sind ein ökologisches Kleinod", sagt McCrory.
Quelle: DER STANDARD
In Kanadas Westprovinz British Columbia sind Tierschützer und Medien entsetzt, mit welch extremen Mitteln die Behörden das gefährdete Bergkaribu retten wollen. Sie planen, dessen natürliche Feinde in großem Stil zu töten, vor allem Schwarzbären, Pumas und Wölfe; und wenn das nicht genügt, auch Grizzlybären und Wolverine (Großmarder), beides übrigens ebenfalls bedrohte Tierarten. Da Elche, Hirsche und anderes Wild, das im Territorium von Bergkaribus lebt, Raubtiere anziehen, sollen auch viele dieser Tiere ihr Leben verlieren.
Die Bergkaribus, ein nordamerikanischer Rentier-Typ, der vom Aussterben bedroht ist, gibt es praktisch nur noch in British Columbia. Einige Tiere wandern regelmäßig über die Grenze in den US-Bundesstaat Idaho. In den vergangenen zehn Jahren ging ihre Zahl von 2500 auf 1900 Tiere zurück, obwohl sie seit 1996 nicht mehr gejagt werden dürfen. Bergkaribus leben schon seit mehr als 10.000 Jahren in den Bergregionen der Provinz.
"Harte Entscheidung"
Nun soll die systematische Tötung von Raubtieren die wichtigste Maßnahme werden, um Bergkaribus zu retten. "Es ist immer eine harte Entscheidung", sagte der für bedrohte Tierarten zuständige Landwirtschaftsminister Pat Bell. Er glaube aber, dass alle, die für die Rettung der Bergkaribus seien, diese Strategie als unvermeidlich erachteten.
Darin hat er sich allerdings getäuscht, denn Naturschutzorganisationen und Zeitungskommentatoren kritisierten den Plan gleichermaßen. Der Minister hatte sich von einer Expertengruppe einen Bericht mit verschiedenen Optionen geben lassen, aber in der Pressemitteilung des Ministeriums steht das Töten von Raubtieren ganz im Vordergrund.
"Es ist ein absoluter Skandal", sagt Colleen McCrory von der Umweltorganisation Valhalla Wilderness Watch. "Das wird ein riesiges Gemetzel von wilden Tieren." Das Bergkaribu könne nur gerettet werden, wenn sein Lebensraum, die uralten Inland- Regenwälder British Columbias, geschont und erhalten bliebe.
Gerade in jüngster Zeit dringen immer mehr motorisierte Freizeitvehikel wie Allradfahrzeuge und Schneemobile in das Gebiet der Bergkaribus ein. Die Tiere werden auch von Hubschraubern der expandierenden Heliskiing-Unternehmen aufgeschreckt.
Bergkaribus sind Tiere, die einsam leben und Menschen ausweichen. Mit tellergroßen Hufen wandern sie leichtfüßig über tiefen Schnee, obwohl sie bis zu 200 Kilogramm schwer werden können. "Sie sind ein ökologisches Kleinod", sagt McCrory.
Quelle: DER STANDARD