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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Homöopathie und Hornsäule



Lenchen
06.10.2006, 10:23
Hallo,

ich hoffe, das ich hier vielleicht eine Unterstützung finde. Mein Pferd lahmt vorne rechts. TA war da - fand nichts. Neuer TA war da machte Leitungsanästhesie - digitale Röntgenbilder - fand nichts außer einer Hornsäule. Er meinte, dann müßte die am Lahmen schuld sein und möchte OP. OP möchte ich erst wenn es wirklich nicht mehr anders geht. Ich möchte nun erst mal versuchen das faulige Horn in den Griff zu kriegen und dachte mir, das ganze Homöopath. zu unterstützten. Traumeel z. B. wurde mir empfohlen. Oder gibt es noch anderes? Silicea beispielsweise? Und in welcher Dosierung und Menge? Mit was kann ich die Hornsäule ausspülen? Ich habe bisher Rivanol genommen, gibt es etwas besseres?

Ich danke Ihnen schon mal für Ihre Hilfe

Susanna
06.10.2006, 13:18
Hallo "Lenchen"

hätte zu deinem Problem noch eine Frage - haben deine Tierärzte auch den Rücken (Wirbelsäule) angesehen? Weiß aus eigener Erfahrung dass das Problem bei unklaren Lahmheiten oft auch dort zu suchen ist - da könnte dann vielleicht - so wie es bei meiner Stute war - ein chiropraktisch ausgebildeter Tierarzt helfen.
LG Susanna

Lenchen
07.10.2006, 09:01
Er hat den Rücken abgetastet und Verspannungen festgestellt. Er meinte aber die würden durch das Lahmen entstehen, weil das Pferd dann entsprechend schief gelaufen wäre. Sonst hat er den Rücken nicht weiter untersucht.

Dr.Koppensteiner
12.10.2006, 18:30
Hallo Lenchen,
es werden ja verschiedene Ursachen für die säulenartigen Hornverdickungen diskutiert: * Verletzungen: Vernagelung, Kronentritt,..... * Entzündung der Wandlederhaut, * schiefe Hufe, die dann wieder das Hufbein beeinträchtigen, * natürliche Einbuchtungen des Hufbeines. Jedenfalls entsteht ein Zwischen-bzw Hohlraum zwischen Hornwand und Wandlederhaut und die Wandlederhaut versucht dann diesen Spalt auszufüllen mit dem Narbenhorn. Das Narbenhorn hat eine verminderte Hornqualität und kann sich daher leicht infizieren; es ist wichtig die infizierte Hornsäule zu desinfizieren mit Desinfektionsmitteln, auch Eichenrindentee.

Traumeel: würde ich nur dann einsetzen, wenn es wirklich ein Trauma gegeben hat und sich auf nach der Gabe eine Besserung zeigt – nicht nach dem Motto „hilft es nicht, schadet es nicht, denn das stimmt nicht“. Wenn es tatsächlich ein Trauma gegeben hat, würde ich von einem Homöopathen die richtige Arznei entsprechend der Traumasymptome in Hochpotenzen geben lassen (Bsp Arnica, Hypericum, Ledum,.....).

Silicea: leider wird sehr oft Missbrauch mit dem Silicea betrieben, um Fell, Haut oder Horn zu härten. Auch Reformhäuser bieten dafür die Kieselsäure an. Silicea hat sehr wohl diese Symptome im Arzneimittelbild, aber es hilft nur solchen Patienten, die wirklich Silicea sind. Bei den anderen Patienten, die nicht Silicea sind, wenn die über längere Zeit und häufig Silicea nehmen - bekommen diese eine Arzneimittelprüfung (dh sie werden Entzündungen, Eiterungen und Abzesse der Haut, Bewegungsapparat entwickeln, das Fell und Horn wird noch brüchiger). Diese Erscheinungen kommen oft erst Wochen oder Monate später zum Vorschein, weil eben Silicea ein sehr tiefwirkendes und sehr langsamwirkendes Arzneimittel ist. Daher Silicea nur geben, wenn Silicea ist und dann am besten 1x in Hochpotenz (nicht von Laien).

Wenn bei Deinem Pferd ein brüchiges, trockenes, ausbrechendes Horn vorliegt oder Hufrehe, Hornrillen, schiefwachsende Hufe ect würde eine homöopathische Behandlung empfehlen. Denn diese Symptome haben mit der Veranlagung zu tun, dass kann man sehr gut homöopathisch behandeln. Gehe davon aus, dass Haltungs-und Hygeniebedingungen stimmen.

Zusammenfassend empfehle ich gute Desinfektion, Hufschmied und homöopathische Behandlung.

Schöne Grüsse
Dr. Koppensteiner

Mag.Zauner
14.10.2006, 10:58
hallo Lenchen!

Wenn dein Pferde Verspannungen am Rücken zeigt, können diese sehr wohl auch für eine Lahmheit verantwortlich sein.
Verspannungen kann man sehr gut mit Akupunktur und Chiropraktik behandeln.
Wichtig ist, dass man herausfindet, ob die Lahmheit vom Rücken oder von der Extremtiät kommt und auch eine Ursache findet.
Verspannungen im Rücken können ja durch sehr viele Dinge entstehen.
Meine Kollegin hat dir ja schon sehr ausführlich erklärt, wie man eine Hornsäule homöopathisch behandeln kann, in manchen Fällen hilft allerdings wirklich nur mehr eine OP, zum Beispiel bei schwerer Lahmheit oder starker Eiterung und du musst damit rechnen, dass dein Pferd für längere Zeit ausfällt.
Lg.Mag. Petra Zauner

Dr.Fischer
14.10.2006, 12:42
Noch ein Hallo an Lenchen!

Ich habe den Ausführungen meiner Kolleginnen wenig hinzuzufügen. Ich gebe lediglich zu bedenken, daß es u.U. schwierig ist festzustellen, ob die Verspannungen im Rücken von der Lahmheit kommen oder umgekehrt. Der große Vorteil der Homöopathie liegt darin, daß für die Mittelwahl der jeweilige Zustand, ev. Dispositionen, Reaktionen auf innere und äußere Reize etc. herangezogen werden, der Patient eben als Ganzes behandelt wird und nicht nur eine Hornsäule oder eine Verspannung. Diese sind ja lediglich Auswirkungen der Erkrankung, niemals die Krankheit selbst. Man kann die Hornsäule operieren, deshalb ist aber die Ursache nicht beseitigt, sondern eben nur die Auswirkung.

Für eine nachhaltige Heilung empfehle ich eine klassisch homöopathische Behandlung. Unterstützend halte ich Chiropraktik aber für absolut hilfreich. Die Operation würde ich als letzte Maßnahme in Betracht ziehen, jedoch auch nur in Verbindung mit einer Heilbehandlung, wie der Homöopathie.

Viel Erfolg wünscht

Dr. Fischer

Lenchen
16.10.2006, 09:56
Also erst mal vielen Dank an Euch alle!! Durch die Antworten werd ich mich noch mal ganz intensiv durcharbeiten. Habe es jetzt erst mal nur so durchgelesen. Das man mit homöop.Mitteln auch was falsch machen kann wußte ich nicht. Bisher wurde mir auch in der Apotheke immer gesagt, das man nichts falsch machen könne.

Jetzt habe ich noch eine Frage, wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, das sich der Arzt bei der Anästhesie irgendwie verspritzt hat und gar nicht den Huf betäubte? So etwas ähnliches ist mir vor 10 Jahren passiert. STute lahmte, Arzt machte Anästhesie und meinte es wäre eindeutig der Huf. Er behandelte, aber das Pferd lahmte weiter. Letztlich wollte er das Pferd erlösen, weil nichts anschlug. Ich fuhr dann in eine Klinik, wo einwandfrei herauskam, dass das Problem in den Gleichbeinen saß und nicht im Huf. Die Klinik behandelte einmal und das Pferd war 8 Jahre lahmfrei.

Ich dachte das wäre ein einmaliger Fehler gewesen und kommen mir jetzt bei dem Krankheitsverlauf meines Pferdes große Zweifel, ob das hier nicht der gleiche Fall ist, also das Problem auch wieder woanders liegt.

Kann das denn so leicht passieren, das man sich da irgendwie verspritzt oder ist das eher selten?