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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Streit um Bruno: "Bärenmanagement" soll helfen



Bushcamper
05.10.2006, 08:07
MÜNCHEN/SCHLIERSEE. Braunbär Bruno erhitzt noch immer die italienischen und deutschen Behörden, obwohl er in einer Kühlkammer liegt: Was soll mit seinen Überresten geschehen?

Schon zu Lebzeiten hatte "Bruno" Italien und Deutschland Kopfzerbrechen bereitet. Mit dem toten Tier steht es nicht anders: Ein Vierteljahr nach seinem Abschuss liegen Fell und Tierkörper noch immer bei minus 20 Grad in einer Kühlkammer. Dabei könnte Bruno schon ausgestopft im Museum stehen - eine Präparation dauert etwa drei Monate. Rom hatte sich aber dagegen verwahrt, dass "Bruno" im Museum zur Touristen-Attraktion wird. Der Streit ist ungeklärt.

Stichwort Bärenmanagement

Als einzigen diplomatischen Fortschritt sehen Experten, dass in Bayern nun zusammen mit Italien, Österreich und der Schweiz mit Hochdruck an einem Konzept zum Bärenmanagement gearbeitet wird. Im Frühling nämlich suchen Jungbären ein eigenes Revier - und in Italien und Österreich gibt es ein Dutzend Jungtiere.

Vor drei Monaten war Braunbär Bruno nach wochenlangem Katz-und-Maus-Spiel erlegt worden. Er hatte mit seiner Dreistigkeit immer wieder Sympathien auf sich gezogen. Die Behörden fürchteten aber ein gefährliches Zusammentreffen mit Menschen und beschlossen den Abschuss.

Die darauffolgende Welle der Empörung gipfelte in Morddrohungen gegen die Schützen und Ministeriumsmitarbeiter. Inzwischen hat die Stiftung für Bären in Thüringen den Todestag Brunos zum "Bärengedenktag" ausgerufen. Aus der "Bärenjagd" im Internet - ein Moorhuhn-Spiel mit Bär - wurde "Brunos Rache", bei dem der Bär mit Engelsflügeln Honig auf seine Peiniger kippt.

"Brunos" Mutter "Jurka", deren Erziehungsstil als Ursache für das dreiste Auftreten ihres Nachwuchses gilt, hat kürzlich einen elektronischen Sender bekommen. So kann sie geortet und vertrieben werden, sobald sie sich Siedlungen nähert. "Man muss verhindern, dass ihre Jungen so frech wie Bruno werden", sagt der Bärenanwalt für das Trentino.

Quelle: OÖN