Dr. Balfanz
29.09.2006, 10:11
Mutter von JJ1und JJ2 sendermarkiert
Die Bärin Jurka aus der Population im Trentino wurde in der Nacht auf den 24. August im Val di Sole gefangen und mit einem GPS Sender ausgerüstet. Ein Mitarbeiter der Forstverwaltung der Provinz Trento hatte das mit einem toten Reh angelockte Tier von einem Hochsitz aus mit einem Narkosegewehr betäubt. Die Bärin überstand die Narkose gut und ist bereits wieder mit ihren drei Jungen, die das Geschehen aus sicherer Distanz mitverfolgt hatten, unterwegs.
Jurka ist das Muttertier von JJ2, dem seit September 2005 verschollenen Engadiner Bären und dessen Bruder JJ1, der am 26. Juni 2006 auf Geheiss des Bayrischen Umweltministeriums in der Nähe von Bayrischzell geschossen wurde. Die beiden 2004 geborenen männlichen Petze waren verhaltensauffällig. Die geringe Scheu vor Menschen hatten sie vermutlich von ihrer Mutter übernommen. Auch Jurka hat sich schon wiederholt Menschen angenähert oder nachts in Dörfern herumgetrieben und da Hühner- und Kaninchenställe heimgesucht. Obschon sie dabei nie aggressiv auftrat, ist dieses Verhalten besonders bei führenden Bärinnen problematisch: Sie prägen während der Führungszeit das spätere Verhalten der Jungtiere.
Der Zweck des Fangs ist denn auch, die Bärin bei der nächstbesten Gelegenheit zu vergrämen. Die schmerzliche Lektion einer Ladung Gummischrot auf dem Pelz soll bewirken, dass Jurka ihr Verhalten ändert und fortan Menschenkontakt meidet. Damit die Eingriffequipe sich zur rechten Zeit am rechten Ort einfinden kann, ist es von Vorteil, wenn das Tier unter radiotelemetrischer Kontrolle ist.
Während männlichen Bären als schwererziehbar gelten, sind die Erfolgschancen von Vergrämungsaktionen bei Bärinnen intakt. Die Tatsache, dass sie von Jungtieren begleitet sind und diese vor Gefahren schützen müssen, macht sie vorsichtiger. Sie sind daher eher geneigt, Risiken zu vermeiden und aus negativen Erlebnissen Konsequenzen zu ziehen.
So war es jedenfalls bei einer anderen Trentiner Bärin: Kirka zeigte zeitweise ein ähnlich dreistes Verhalten wie Jurka. Seit einer Vergrämungsaktion ist sie eines der scheusten Tiere der ansässigen Population.
Im Trentino hatten die letzten ursprünglichen Alpenbären überlebt. Ende des 20. Jahrhunderts stand der Reliktbestand kurz vor dem Erlöschen. Zu seiner Rettung wurden zwischen 1999 und 2002 sieben Weibchen – worunter auch Jurka und Kirka – und drei Männchen aus Slowenien ausgesetzt.
Seit 2002 gibt es alljährlich Nachwuchs, 2006 war diesbezüglich ein Rekordjahr: drei Bärinnen gebaren insgesamt acht Junge.
Quelle: Kora News
http://www.orso.provincia.tn.it/
Die Bärin Jurka aus der Population im Trentino wurde in der Nacht auf den 24. August im Val di Sole gefangen und mit einem GPS Sender ausgerüstet. Ein Mitarbeiter der Forstverwaltung der Provinz Trento hatte das mit einem toten Reh angelockte Tier von einem Hochsitz aus mit einem Narkosegewehr betäubt. Die Bärin überstand die Narkose gut und ist bereits wieder mit ihren drei Jungen, die das Geschehen aus sicherer Distanz mitverfolgt hatten, unterwegs.
Jurka ist das Muttertier von JJ2, dem seit September 2005 verschollenen Engadiner Bären und dessen Bruder JJ1, der am 26. Juni 2006 auf Geheiss des Bayrischen Umweltministeriums in der Nähe von Bayrischzell geschossen wurde. Die beiden 2004 geborenen männlichen Petze waren verhaltensauffällig. Die geringe Scheu vor Menschen hatten sie vermutlich von ihrer Mutter übernommen. Auch Jurka hat sich schon wiederholt Menschen angenähert oder nachts in Dörfern herumgetrieben und da Hühner- und Kaninchenställe heimgesucht. Obschon sie dabei nie aggressiv auftrat, ist dieses Verhalten besonders bei führenden Bärinnen problematisch: Sie prägen während der Führungszeit das spätere Verhalten der Jungtiere.
Der Zweck des Fangs ist denn auch, die Bärin bei der nächstbesten Gelegenheit zu vergrämen. Die schmerzliche Lektion einer Ladung Gummischrot auf dem Pelz soll bewirken, dass Jurka ihr Verhalten ändert und fortan Menschenkontakt meidet. Damit die Eingriffequipe sich zur rechten Zeit am rechten Ort einfinden kann, ist es von Vorteil, wenn das Tier unter radiotelemetrischer Kontrolle ist.
Während männlichen Bären als schwererziehbar gelten, sind die Erfolgschancen von Vergrämungsaktionen bei Bärinnen intakt. Die Tatsache, dass sie von Jungtieren begleitet sind und diese vor Gefahren schützen müssen, macht sie vorsichtiger. Sie sind daher eher geneigt, Risiken zu vermeiden und aus negativen Erlebnissen Konsequenzen zu ziehen.
So war es jedenfalls bei einer anderen Trentiner Bärin: Kirka zeigte zeitweise ein ähnlich dreistes Verhalten wie Jurka. Seit einer Vergrämungsaktion ist sie eines der scheusten Tiere der ansässigen Population.
Im Trentino hatten die letzten ursprünglichen Alpenbären überlebt. Ende des 20. Jahrhunderts stand der Reliktbestand kurz vor dem Erlöschen. Zu seiner Rettung wurden zwischen 1999 und 2002 sieben Weibchen – worunter auch Jurka und Kirka – und drei Männchen aus Slowenien ausgesetzt.
Seit 2002 gibt es alljährlich Nachwuchs, 2006 war diesbezüglich ein Rekordjahr: drei Bärinnen gebaren insgesamt acht Junge.
Quelle: Kora News
http://www.orso.provincia.tn.it/