Bushcamper
21.09.2006, 21:31
Das kleine EU-Land Slowenien gilt mit einem Augenzwinkern als "Exportweltmeister in Sachen Bären".
Auch die Vorfahren des so schmälich geendeten "Sommerhelden" Bruno stammen aus Slowenien und wurden erst später in Norditalien heimisch. In den französischen Pyrenäen sollen fünf slowenische Bären wieder eine lebensfähige Population ins Leben rufen. Auch die in Österreich mit EU-Geld und Tierschützer-Engagement hochgepäppelten Bären kommen aus dem Nachbarland.
Der Export der wilden Tiere aus dem kleinen Alpenland blüht also. Doch die 700 Braunbären im eigenen Land entwickeln sich mehr und mehr zur Plage. Nicht nur Bauern schimpfen über gerissene Schafe und geplünderte Bienenstöcke. Auch Städter wurden schon in Angst und Schrecken versetzt, denn Meister Petz taucht gelegentlich in Randbezirken auf. Mitte Juli wurde zum Beispiel einer bei Brezovica gesichtet, nur zehn Kilometer südwestlich der Hauptstadt Ljubljana.
In diesem Jahr wurden von heimischen Jägern im Einvernehmen mit der Regierung bereits 70 Tiere erlegt. Die Behörden würden noch mehr Abschussgenehmigungen erteilen, wenn ihnen nicht Brüssel im Nacken säße. Schließlich ist der Braunbär eine geschützte Tierart. Da die Tiere auf ihren Wanderungen große Strecken zurücklegen, werden sie auch vermehrt in Verkehrsunfälle verwickelt. Als ein Zug in der Nähe der zentralslowenischen Gemeinde Pivka eine Bärenmutter mit drei Jungen überführ, sorgte der Fall tagelang für Schlagzeilen.
Um die Zotteltiere von menschlichen Siedlungen fernzuhalten, hat das Landwirtschaftsministerium vor einigen Wochen mit der Einrichtung von Futterplätzen in den Wäldern begonnen. Ein ganzes Netz dieser Plätze soll in den Bärengebieten angelegt werden. Dafür will sich Slowenien sogar mit der EU anlegen, denn diese verbietet die Fütterung von Wildtieren - wegen der BSE-Gefahren. Ob der Plan aufgeht, ist zumindest umstritten. Denn noch weiß niemand so recht, wie die Versorgung der Bären mit Eiweißen durch Aas praktisch organisiert werden kann.
Es gibt auch Stimmen, die das ganze Konzept kritisieren. Der Wildexperte Ivan Kos prophezeite das Scheitern des neuen Plans. "Der Schlüssel zum Erfolg ist die natürliche Ernährungskette", erklärte er in der Zeitung "Vec". In Slowenien gebe es auf der einen Seite zu wenig Rehwild als Bärenfutter. Auf der anderen Seite streiften aber auch zu wenig Wölfe und Luchse durch die Wälder, die ihre Aasreste normalerweise den Bären überlassen.
Tierschützer warnen zudem, dass die Jäger die Futterplätze auch für bequemere Abschüsse der Bären nutzen könnten.
In jedem Fall hat die kleine Schar von Gourmets das Nachsehen, denen Bärenfleisch bisher ein willkommener Hochgenuss ist. Denn die gezielte Fütterung der Bären, vielleicht sogar mit Aas, zieht ein striktes Verkaufsverbot für Bärenfleisch nach sich. Zwar seien Bärensteaks keine ausgesprochenen "Renner in der Gastronomie", heißt es. Doch Insider versicherten, Bärentatzen und Bären-Prosciutto ließen sich blendend verkaufen.
dpa
Auch die Vorfahren des so schmälich geendeten "Sommerhelden" Bruno stammen aus Slowenien und wurden erst später in Norditalien heimisch. In den französischen Pyrenäen sollen fünf slowenische Bären wieder eine lebensfähige Population ins Leben rufen. Auch die in Österreich mit EU-Geld und Tierschützer-Engagement hochgepäppelten Bären kommen aus dem Nachbarland.
Der Export der wilden Tiere aus dem kleinen Alpenland blüht also. Doch die 700 Braunbären im eigenen Land entwickeln sich mehr und mehr zur Plage. Nicht nur Bauern schimpfen über gerissene Schafe und geplünderte Bienenstöcke. Auch Städter wurden schon in Angst und Schrecken versetzt, denn Meister Petz taucht gelegentlich in Randbezirken auf. Mitte Juli wurde zum Beispiel einer bei Brezovica gesichtet, nur zehn Kilometer südwestlich der Hauptstadt Ljubljana.
In diesem Jahr wurden von heimischen Jägern im Einvernehmen mit der Regierung bereits 70 Tiere erlegt. Die Behörden würden noch mehr Abschussgenehmigungen erteilen, wenn ihnen nicht Brüssel im Nacken säße. Schließlich ist der Braunbär eine geschützte Tierart. Da die Tiere auf ihren Wanderungen große Strecken zurücklegen, werden sie auch vermehrt in Verkehrsunfälle verwickelt. Als ein Zug in der Nähe der zentralslowenischen Gemeinde Pivka eine Bärenmutter mit drei Jungen überführ, sorgte der Fall tagelang für Schlagzeilen.
Um die Zotteltiere von menschlichen Siedlungen fernzuhalten, hat das Landwirtschaftsministerium vor einigen Wochen mit der Einrichtung von Futterplätzen in den Wäldern begonnen. Ein ganzes Netz dieser Plätze soll in den Bärengebieten angelegt werden. Dafür will sich Slowenien sogar mit der EU anlegen, denn diese verbietet die Fütterung von Wildtieren - wegen der BSE-Gefahren. Ob der Plan aufgeht, ist zumindest umstritten. Denn noch weiß niemand so recht, wie die Versorgung der Bären mit Eiweißen durch Aas praktisch organisiert werden kann.
Es gibt auch Stimmen, die das ganze Konzept kritisieren. Der Wildexperte Ivan Kos prophezeite das Scheitern des neuen Plans. "Der Schlüssel zum Erfolg ist die natürliche Ernährungskette", erklärte er in der Zeitung "Vec". In Slowenien gebe es auf der einen Seite zu wenig Rehwild als Bärenfutter. Auf der anderen Seite streiften aber auch zu wenig Wölfe und Luchse durch die Wälder, die ihre Aasreste normalerweise den Bären überlassen.
Tierschützer warnen zudem, dass die Jäger die Futterplätze auch für bequemere Abschüsse der Bären nutzen könnten.
In jedem Fall hat die kleine Schar von Gourmets das Nachsehen, denen Bärenfleisch bisher ein willkommener Hochgenuss ist. Denn die gezielte Fütterung der Bären, vielleicht sogar mit Aas, zieht ein striktes Verkaufsverbot für Bärenfleisch nach sich. Zwar seien Bärensteaks keine ausgesprochenen "Renner in der Gastronomie", heißt es. Doch Insider versicherten, Bärentatzen und Bären-Prosciutto ließen sich blendend verkaufen.
dpa