Bushcamper
30.04.2006, 11:09
Lärm treibt Wale in den Tod
Unterwasserlärm wirkt sich schwerwiegend auf das gesamte Meeres-Ökosystem aus, und treibt insbesondere Wale und Delfine bis in den Tod.
Denn viele Walarten sind besonders anfällig für Lärmstörungen. Sie besitzen einen hoch entwickelten Gehörsinn, der für sie überlebenswichtig ist. Sie benutzen ihr überaus exzellentes Gehör zur Ortung von Beute, zur Orientierung im Meer und zur Kommunikation zwischen ihren Artgenossen. So kommunizieren Buckelwale mittels Schalläußerungen, den so genannten Walgesängen, über tausende Kilometer hinweg. Doch inzwischen werden die Wale immer mehr durch menschliche Aktivitäten und deren Lärm gestört. Auf ihrer jährlichen Wanderung von Norwegen zu den Azoreninseln begleitet zum Beispiel Pottwale permanenter Unterwasserlärm, ausgelöst durch Aktivitäten der Öl- und Gasindustrie. Allein in der Nähe der Shetlandinseln – einem Gebiet, das auf der Wanderroute der Wale liegt, ragen rund 400 Bohrinseln aus der Nordsee.
So genannte Airguns, Unterwasserkanonen, die man für seismische Untersuchungen des Meeresbodens einsetzt, erzeugen mit Explosionen einen Schalldruck von mehr als 220 Dezibel (dB). Im Vergleich: Beim Menschen liegt die absolute Schmerzgrenze bei 120 Dezibel. Bereits dieser Wert entspricht dem Lärm, den ein startendes Düsenflugzeug verursacht. Durch den Unterwasserlärm gestört, verirren sich immer wieder Wale auf ihrer Reise in die flache Nordsee. Für viele bedeutet dies den sicheren Tod, denn zum einen befinden sie sich auf unbekanntem Terrain, zum anderen funktioniert die Echoortung aufgrund des schlammigen Untergrundes nur erschwert. Viele Wale stranden schließlich an den Stränden von Nord- und Ostsee. In der Nordsee strandeten innerhalb weniger Jahre über 80 Pottwale.
Noch gefährlicher für die Meereslebewesen stufen Umweltschutzverbände allerdings Schallortungssysteme des Militärs ein. Das LFAS (Low Frequency Active Sonar) ist ein vom amerikanischen Militär entwickeltes Sonarsystem, welches permanent Schallwellen mit einer Lautstärke von mehr als 200 Dezibel aussendet. Durch die eingefangenen Echos sollen besonders leise U-Boote geortet werden. Bei den Meeressäugern wirkt sich das LFAS fatal aus: Verhaltensänderungen, körperliche Schäden bis zum Tod sind für sie die Konsequenzen dieses Systems. Denn das LFAS ist nicht nur laut, sondern es benutzt ähnliche Frequenzbereiche wie die Wale für ihre Kommunikation. So können die Wellen des Militärsystems die Kommunikation der Wale vollständig überlagern, das heißt eine Verständigung zwischen den Artgenossen wird unmöglich.
Schon längst haben sich internationale Organisationen wie zum Beispiel Greenpeace und OceanCare dem Problem angenommen. Die Umweltverbände verfolgen das Ziel, den Unterwasserlärm zu regulieren und zu reduzieren. Selbst bei den Vereinten Nationen stößt das Thema inzwischen auf Interesse und so verabschiedeten sie erst Ende November 2005 in einer Resolution, die Auswirkungen von Unterwasserlärm auf die Meeresressourcen zu prüfen.
Quelle: pm-magazin.de
Unterwasserlärm wirkt sich schwerwiegend auf das gesamte Meeres-Ökosystem aus, und treibt insbesondere Wale und Delfine bis in den Tod.
Denn viele Walarten sind besonders anfällig für Lärmstörungen. Sie besitzen einen hoch entwickelten Gehörsinn, der für sie überlebenswichtig ist. Sie benutzen ihr überaus exzellentes Gehör zur Ortung von Beute, zur Orientierung im Meer und zur Kommunikation zwischen ihren Artgenossen. So kommunizieren Buckelwale mittels Schalläußerungen, den so genannten Walgesängen, über tausende Kilometer hinweg. Doch inzwischen werden die Wale immer mehr durch menschliche Aktivitäten und deren Lärm gestört. Auf ihrer jährlichen Wanderung von Norwegen zu den Azoreninseln begleitet zum Beispiel Pottwale permanenter Unterwasserlärm, ausgelöst durch Aktivitäten der Öl- und Gasindustrie. Allein in der Nähe der Shetlandinseln – einem Gebiet, das auf der Wanderroute der Wale liegt, ragen rund 400 Bohrinseln aus der Nordsee.
So genannte Airguns, Unterwasserkanonen, die man für seismische Untersuchungen des Meeresbodens einsetzt, erzeugen mit Explosionen einen Schalldruck von mehr als 220 Dezibel (dB). Im Vergleich: Beim Menschen liegt die absolute Schmerzgrenze bei 120 Dezibel. Bereits dieser Wert entspricht dem Lärm, den ein startendes Düsenflugzeug verursacht. Durch den Unterwasserlärm gestört, verirren sich immer wieder Wale auf ihrer Reise in die flache Nordsee. Für viele bedeutet dies den sicheren Tod, denn zum einen befinden sie sich auf unbekanntem Terrain, zum anderen funktioniert die Echoortung aufgrund des schlammigen Untergrundes nur erschwert. Viele Wale stranden schließlich an den Stränden von Nord- und Ostsee. In der Nordsee strandeten innerhalb weniger Jahre über 80 Pottwale.
Noch gefährlicher für die Meereslebewesen stufen Umweltschutzverbände allerdings Schallortungssysteme des Militärs ein. Das LFAS (Low Frequency Active Sonar) ist ein vom amerikanischen Militär entwickeltes Sonarsystem, welches permanent Schallwellen mit einer Lautstärke von mehr als 200 Dezibel aussendet. Durch die eingefangenen Echos sollen besonders leise U-Boote geortet werden. Bei den Meeressäugern wirkt sich das LFAS fatal aus: Verhaltensänderungen, körperliche Schäden bis zum Tod sind für sie die Konsequenzen dieses Systems. Denn das LFAS ist nicht nur laut, sondern es benutzt ähnliche Frequenzbereiche wie die Wale für ihre Kommunikation. So können die Wellen des Militärsystems die Kommunikation der Wale vollständig überlagern, das heißt eine Verständigung zwischen den Artgenossen wird unmöglich.
Schon längst haben sich internationale Organisationen wie zum Beispiel Greenpeace und OceanCare dem Problem angenommen. Die Umweltverbände verfolgen das Ziel, den Unterwasserlärm zu regulieren und zu reduzieren. Selbst bei den Vereinten Nationen stößt das Thema inzwischen auf Interesse und so verabschiedeten sie erst Ende November 2005 in einer Resolution, die Auswirkungen von Unterwasserlärm auf die Meeresressourcen zu prüfen.
Quelle: pm-magazin.de